Genuss

Cocktails maßvoll genießen

Den Tag mit Freunden in einer Cocktailbar ausklingen lassen oder direkt am Strand einen Tequila Sunrise genießen. Das gehört für viele zum perfekten Freizeit-Gefühl dazu. Cocktails gibt es in allen Farben und Variationen – cremig, süß, sauer, erfrischend – für Jeden ist etwas dabei. Doch wie viel Alkohol steckt in einem Cocktail und wie verträgt sich das im Sommer mit der Hitze?

Cocktails

Cocktails werden meist aus verschiedenen Spirituosen, anderen alkoholhaltigen Getränken, Fruchtsäften, Softdrinks und Eis gemixt. Daraus resultiert ein eigenständiger, oft fruchtiger Geschmack, der den Alkoholgeschmack in den Hintergrund rückt, so dass man schwer einschätzen kann, wie viel Alkohol man tatsächlich zu sich nimmt. Schnell wird die Wirkung von Alkohol unterschätzt. Wer sich z. B. einen Pina Colada mixen möchte, benötigt für 150 ml, neben Ananassaft, Sahne und Cream of Coconut, 3 cl weißen Rum. Bei einem Alkoholgehalt von 37,5 %, würde das ca. 9 Gramm reinem Alkohol entsprechen. Eine Margarita besteht aus zwei alkoholhaltigen Getränken: Hierfür wird Limettensaft und Eis mit 2 cl Tequila sowie 2 cl Cointreau gemixt. Geht man nun beim Tequila von einem Alkoholgehalt von 38 % und beim Cointreau von 40 % aus, enthält die Margarita ca. 12 Gramm reinen Alkohol. Das entspricht ungefähr 0,2 l eines leichten Weißweins.

Wichtig zu beachten: Es spielt keine Rolle, wie viel Saft dem Cocktail beigefügt wird. Die Menge an reinem Alkohol im Cocktail verändert sich dadurch nicht. Wie hoch die empfohlenen Grenzwerte für einen risikoarmen Konsum sind, kann hier nachgelesen werden.

Cocktails kann man mit allen Sinnen genießen. Zum Cocktail-Genuss gehören neben dem Geschmack natürlich auch die Optik, die Farbe und die verschiedenen Aromen, die im Zusammenspiel ganz neue Assoziationen wecken und unterbewusst auch den Geschmack beeinflussen. Dann ist es sicherlich auch ein optischer Genuss, einem Meister seines Faches zuzusehen, wie er gekonnt die Bestandteile mixt und anrichtet. „Ab einer bestimmten Trinkmenge sind diese vielen positiven Sinneserfahrungen gar nicht mehr im Detail wahrzunehmen“, so Barkeeper und Cocktailmeister Martin Kramer, für den hier die Grenze des Genusses liegt.

Martin Kramer ist Deutscher Cocktailmeister 2015 und Inhaber der „Charles Bar“ in Wittenberg. Aus eigener Erfahrung kann er sagen, dass Rezepte den Verbraucherinnen und Verbrauchern bzgl. des Alkoholgehalts lediglich eine Orientierung bieten können: „Es gibt zahlreiche Rezepte in Büchern oder im Internet, die einen ungefähren Richtwert bieten, wie viel Alkohol in einem Cocktail enthalten ist. Diese Werte können in einer Bar oder einem Restaurant aber auch abweichen. Ein Barkeeper kann z. B. eine Spirituose mit 40 % anstatt 38 % Vol. verwenden und er muss die Menge an Zutaten auch an die Größe der Gläser anpassen. Dementsprechend kann die Alkoholmenge in einem Cocktail immer variieren." Wenn Sie also genau wissen möchten, welche alkoholhaltigen Getränke in welcher Menge in einen Cocktail gemixt werden, fragen Sie am besten direkt beim Bar-Personal oder Barkeeper nach.

Viele Klassiker wie z. B. ein Martini Dry, Caipirinha oder Cuba Libre erfreuen sich das ganze Jahr an Beliebtheit. Doch besonders im Sommer bzw. im Urlaub gehören die zahlreichen Cocktail-Variationen für viele zu einem lauen Sommerabend dazu. Genau zu dieser Zeit gibt es jedoch - neben dem Alkoholgehalt - noch einen weiteren Faktor, der einen erheblichen Einfluss auf die Wirkung von Alkohol hat: Die heißen Temperaturen! Bei Hitze muss der Körper härter arbeiten als sonst, um die Körpertemperatur konstant auf 37°C zu halten. Um den Körper zu kühlen, schwitzen wir – und wer viel schwitzt, verliert auch viel Wasser und wertvolle Elektrolyte. Wird daraufhin zu wenig Wasser getrunken, dehydriert der Körper. Mögliche Folgen sind Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme sowie Übelkeit. Ein Cocktail erscheint dann als leckerer Durstlöscher. Der enthaltene Alkohol entzieht dem Körper allerdings Flüssigkeit und begünstigt somit die Dehydrierung. Durch den geringeren Flüssigkeitshaushalt kann sich der Alkohol im Blut weniger „verdünnen“, weshalb sich die Wirkung des Alkohols schneller und stärker bemerkbar machen kann. Auch tagsüber sollten Sie deshalb immer an eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, in Form von Wasser oder anderen Softdrinks, denken.

Mit einem verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Cocktails, steht einem gelungenen Abend in einer Cocktailbar nichts im Wege:

  • Auch wenn Sie den Alkohol nicht schmecken: Unterschätzen Sie nicht den Alkoholgehalt eines Cocktails. Wenn Sie genau wissen möchten, wie viel Alkohol in Ihren Cocktail gemixt wird, fragen Sie den Kellner oder Barkeeper.
  • Cocktails und auch andere alkoholhaltigen Getränke sollten nicht als Durstlöscher eingesetzt werden! Trinken Sie ausreichend Wasser, vor allem wenn es sehr heiß ist. Alkohol entzieht Ihrem Körper nur noch mehr Wasser. Als erstes Getränk in der Bar wäre ein Softdrink oder ein alkoholfreier Cocktail als Durstlöscher eher geeignet.
  • Lassen Sie sich nicht von den „2 für 1“-Aktionen der Bars oder den All-inclusive-Paketen der Reiseveranstalter beeinflussen. Sie führen nur dazu, dass Sie mehr trinken als Sie sich vorgenommen haben. Teilen Sie sich das Angebot mit einem Freund oder probieren Sie nach Ihrem ersten Cocktail einen alkoholfreien Cocktail.
  • In der Auswahl an alkoholfreien Cocktails finden sich meistens auch die Klassiker wieder – nur eben ohne Alkohol. Bei einem Pina Colada ist das bspw. ein Virgin Colada. So können Sie Ihren Lieblings-Cocktail auch ohne Alkohol genießen.
  • Es kann sein, dass Sie bei Hitze weniger Alkohol vertragen. Machen Sie Pausen und denken Sie an eine ausreichende Wasserzufuhr, um einer Dehydrierung entgegenzuwirken.

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Gesundheit
Eine Ärztin im Gespräch mit Patienten

Die Mehrzahl der Verbraucher/innen geht verantwortungsvoll mit alkoholhaltigen Getränken um und genießt in Maßen. Alkoholhaltige Getränke sind jedoch keine „ganz normalen Nahrungsmittel“. Innerhalb bestimmter Grenzen und Bedingungen ist der Konsum von alkoholhaltigen Getränken gesundheitsverträglich.

Bei Überschreitung bestimmter Grenzen steigen dagegen die Risiken gesundheitlicher Schädigungen. Diese Grenzen hängen auch vom Geschlecht und dem Lebensalter ab. In Verbindung mit bestimmten chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes, Allergien, Migräne) oder Medikamenteneinnahme ergeben sich unter Umständen zusätzliche Risiken. Hier können Sie sich als Verbraucherin oder Verbraucher umfassend informieren über:

Alkohol hat einen Einfluss auf eine Vielzahl von Körperfunktionen. Hier finden Sie weitere Themen, die Ihnen helfen sollen, einen gesundheitsverträglichen, bewussten Umgang mit alkoholhaltigen Getränken zu beherzigen:

Nährwerte
Ein Glas mit einem alkoholischen Getränk

Hier finden Sie Nährwert- und Zutateninformationen über die Spirituosengattungen, die in der EU und in Deutschland angeboten werden. Diese sind alphabetisch aufgeführt von A bis Z. Dabei wird die Kalorienkennzeichnung in der üblichen deutschen Trinkeinheit von 20 ml und daneben in 100 ml dargestellt – ebenso wie eine Zutatenliste, die vollständige Nährwertdeklaration und weitere wichtige Informationen über den Produktionsprozess. Die Datenbank umfasst dabei Mindeststandards für Spirituosen.

Zu den Nährwertangaben

Verantwortung
Grafik mit Schriftzug „Consumer Protection“

Alkoholhaltige Getränke erfordern ein hohes Maß an Verantwortung beim Hersteller oder Importeur alkoholhaltiger Getränke - im Vertrieb, Marketing und in der Werbung.

Verantwortliches Handeln beinhaltet auch sinnvolle, nachvollziehbare und effektive Selbstregulierungen, die über gesetzliche Regulierungen hinausgehen. So hat sich die Branche der Hersteller und Importeure von alkoholhaltigen Getränken zahlreiche freiwillige Regeln auferlegt, um missbräuchlichem Konsum vorzubeugen:

Darüber hinaus unterstützen verschiedene Präventionsinitiativen des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ des BSI das Ziel, den Jugendschutz konsequent einzuhalten und einem missbräuchlichen Konsum in bestimmten Situationen (Schwangerschaft, Verkehr, Arbeitsplatz) vorzubeugen.

Gesellschaft
Eine Grupper Menschen sitzt beim Essen zusammen

Alkoholhaltige Getränke sind für unsere Gesellschaft ein traditionsreiches Kulturgut und werden zu unterschiedlichsten Anlässen angeboten. Dabei sollte jeder für sich eine verantwortungsbewusste Entscheidung treffen, ob der Konsum von alkoholhaltigen Getränken in der jeweiligen Situation angemessen ist. Einen Automatismus zum Alkoholkonsum sollte es dagegen nicht geben, denn Genuss ist der bewusste und „besondere“ Moment.

Daher sollte die Gesellschaft einen bewussten Blick auf bestimmte Situationen richten, um problematische Automatismen des Konsums zu hinterfragen und einen verantwortungsvollen Konsum zu fördern:

Freizeit
Eine Sonnenbrille liegt am Strand

Viele Menschen verbringen ihre Freizeit gerne sehr aktiv. Sie gehen auf Reisen, treiben Sport, bewegen sich gerne in der Natur, gehen ihren Hobbys nach oder sind gerne gesellig beisammen bei den unterschiedlichsten jahreszeitlichen Anlässen. Zum Freizeitverhalten gehören selbstverständlich auch Essen und Trinken dazu. Doch wie kann man einen gesundheitsverträglichen und verantwortungsbewussten Konsum alkoholhaltiger Getränke mit den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten verbinden und wo ist vielleicht besser Verzicht angesagt?

Über uns
Logo massvoll-geniessen.de

Der „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ beschäftigt sich als Gremium des BSI mit allen „nicht kommerziellen“ Aufgabenstellungen. Diesen Aktivitäten liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Unternehmen der Branche eine aktive Mitverantwortung dafür tragen, dass die Verbraucher mit den Produkten sachgemäß und gesundheitsverträglich umgehen.

Zu den Aktivitäten des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ gehören Präventions-, Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen (wie z. B. diese Website) sowie die effektive Selbstregulierung der Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V.

Indirekt unterstützen alle Mitgliedsunternehmen des BSI den „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“, dessen Arbeit von einer Vielzahl neutraler Wissenschaftler und Experten begleitet wird. Dieser setzt sich aus Medizinern, Psychologen und Pädagogen zusammen, welche die Inhalte der Aktivitäten unabhängig prüfen und mitgestalten.