Gesundheit

Medikamente

Durch den Konsum alkoholhaltiger Getränke während der Medikamenteneinnahme kann es zu zahlreichen Wechselwirkungen kommen. Deshalb ist es wichtig, die Hinweise des Arztes und Apothekers zu befolgen, den Beipackzettel genau zu lesen und, wenn gefordert, auf Alkohol während der Medikamenteneinnahme zu verzichten.

Fakten

Besonders problematisch ist die Kombination von Alkohol und Medikamenten zur Behandlung von psychischen und chronischen körperlichen Krankheiten (z. B. Depressionen, Diabetes oder Herzerkrankungen), denn selbst geringe Mengen Alkohol können die Behandlung negativ beeinflussen. Der verschreibende Arzt oder Apotheker ist der erste Ansprechpartner, wenn es um Fragen zum Konsum alkoholhaltiger Getränke während der Medikamenteneinnahme geht.

Medikamente und alkoholhaltige Getränke: eine Kombination, die sich nicht gut verträgt

Triefende Nase, trockener Husten, geschwollene Mandeln - nach ein paar Tagen Bettruhe und der Einnahme entsprechender Medikamente sind diese Krankheitssymptome zum Glück meist verschwunden. Das letzte Antibiotikum wird noch schnell genommen und bei der Geburtstagsfeier am nächsten Abend sind Schnupfen und Tabletten längst vergessen. Ein Glässchen zum Anstoßen, ein Aperitif zum Essen - und schon treffen die alkoholhaltigen Getränke auf die noch im Blut enthaltenden Wirkstoffe des Arzneimittels. Oftmals eine problematische Kombination, denn Alkohol und Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen.

Ein kranker Mann bekommt Medikamente von einer Frau

Die Einnahme von Medikamenten in Verbindung mit alkoholhaltigen Getränken birgt verschiedene Risiken, die, je nach Arznei, unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper haben können. Ähnlich wie Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder auch Mittel gegen Epilepsien, kann Alkohol beruhigend und entspannend wirken. So kann zum Beispiel die Wirkung von psychoaktiven Medikamenten, die dämpfend auf das Nervensystem wirken, durch den Konsum von alkoholhaltigen Getränken verstärkt werden. Darüber hinaus können alkoholhaltige Getränke den Abbau von Arzneien verlangsamen und verlängern so auch deren Wirkung. Wird die nächste Tablette eingenommen, kann der Wirkstoff der letzten vielleicht noch zu hoch konzentriert im Blut vorhanden sein, was die Wirkung des Medikamentes verstärkt.

Auch Bluthochdruck-Patienten sollten bei der Behandlung mit blutdrucksenkenden Mitteln lieber auf den Konsum von alkoholhalitgen Getränken verzichten, um Wechselwirkungen wie Kreislaufstörungen oder einen stark abfallenden Blutdruck durch die Weitung der Blutgefäße zu vermeiden.

Allergiker sollten sich bewusst sein, dass bei Mitteln gegen Allergien oder bei Antihistaminika die allgemeine Nebenwirkung „Müdigkeit“ durch Alkoholkonsum verstärkt werden kann, auch bei Medikamenten, die normalerweise kaum müde machen. Hier ist besonders im Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen eine mögliche verminderte Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit zu beachten.

Dr. med. Burkhard Zwerenz, Facharzt für Allgemeinmedizin und Vorsitzender des Berufsverbandes der Allgemeinärzte Deutschlands - Hausärzteverband - (BDA) e. V., sieht außerdem noch weitere Risiken: „Alkoholkonsum kann dazu führen, dass sich die Reaktionen bestimmter Enzyme in der Leber verändern. Chronischer Alkoholgenuss führt immer zu dauerhaften Störungen der regulären Stoffwechselprozesse. Hiervon sind zahlreiche chemische Reaktionen betroffen, welche im Stoffwechsel von Magen, Leber und Darm nicht nur für den Abbau von Alkohol, sondern auch für die Verarbeitung von vielen Medikamenten verantwortlich sind. Im ungünstigsten Fall bilden sich leberschädigende Moleküle. Ein verantwortungsvoller Genuss gerade auch vor und nach einer Medikamenteneinnahme ist also sehr wichtig.“

Bei den folgenden Medikamenten gilt besondere Vorsicht

  • Antibiotika: Medikamente gegen Infektionskrankheiten. In Kombination mit Alkohol kann die Einnahme von Antibiotika zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und sogar Krämpfen führen.
  • Mittel gegen Bluthochdruck: Alkohol weitet die Blutgefäße und senkt den Blutdruck. In Verbindung mit blutdrucksenkenden Mitteln kann es zu Kreislaufstörungen, einem stark abfallenden Blutdruck bis hin zu einem Kreislaufkollaps kommen.
  • Antidepressiva/Schlaf- und Beruhigungsmittel: Medikamente, die u. a. gegen Depressionen eingesetzt werden. Durch den Konsum alkoholhaltiger Getränke kann sich die beruhigende oder anregende Wirkung der Medikamente sowie die Nebenwirkungen wie Schwindel und Übelkeit verstärken.
  • Antidiabetika: Medikamente zur Behandlung von Diabetes. Alkohol kann die blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika, wie Insulin, verstärken. Der Blutzucker kann gefährlich stark abfallen und es droht eine Unterzuckerung.
  • Schmerz- und Betäubungsmittel: Schmerzmittel, wie ASS (Acetylsalicylsäure), können in Kombination mit Alkohol die Magenwand angreifen und Magen-Darm-Blutungen hervorrufen. Gleichzeitig kann ASS die Wirkung von Alkohol verstärken.
  • Antiallergika/Antihistaminika: Medikamente, die u. a. zur Behandlung von Allergien und Schlaflosigkeit eingesetzt werden. Alkohol in Verbindung mit Allergiemitteln und Antihistaminika kann Übelkeit herrvorrufen und die Nebenwirkung „Müdigkeit“ verstärken, was zur Abnahme der Reaktion- uns Konzentrationsfähigkeit führen kann.

Darüber hinaus gibt es noch andere Medikamente, die nicht in Kombination mit Alkohol eingenommen werden sollten.

Solche Risiken können allerdings ganz einfach vermieden werden, wenn Patienten während der Zeit der Medikamenteneinnahme folgende Tipps beherzigen:

  • Werden Ihnen neue Medikamente verschrieben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker immer nach möglichen Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum alkoholhaltiger Getränke.
  • Wichtig ist hier, den Beipackzettel des Medikamentes genau durchzulesen und die Hinweise der behandelnden Ärzte und Apotheker zu befolgen.
  • Herrscht Unsicherheit über die möglichen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen des Medikamentes in Verbindung mit alkoholhaltigen Getränken, sollte der behandelnde Arzt oder Apotheker zu Rate gezogen werden. Wenn notwendig, sollte während der Behandlung gänzlich auf den Komsum von alkoholhaltigen Getränken verzichtet werden.

Mehr zu Gesundheit

Weitere Informationen speziell für Diabetes-Patienten

Über die Popularität von Energy-Drinks besteht kein Zweifel, wie das…

18 Millionen Deutsche leiden unter Migräne. Nahrungsmittel und darunter…

Genuss
Tastillery-Jungs kleiner

Genuss hat viele Facetten – aber ohne das richtige Maß geht es nicht! Auf dieser Seite finden Sie viele Anregungen über die Bedingungen von Genuss: Zeit, Ausgeglichenheit, Muße, ein schönes Ambiente, die Gesellschaft netter Menschen und natürlich die Produkte selbst spielen eine zentrale Rolle. Doch jeder von uns hat seine eigenen Grenzen von Genuss, dann wenn nicht mehr das positive Erleben des Genuss-Moments, sondern die Wirkung im Vordergrund steht.

Anregungen zum Thema Genuss finden Sie hier:

Nährwerte
Ein Glas mit einem alkoholischen Getränk

Hier finden Sie Nährwert- und Zutateninformationen über die Spirituosengattungen, die in der EU und in Deutschland angeboten werden. Diese sind alphabetisch aufgeführt von A bis Z. Dabei wird die Kalorienkennzeichnung in der üblichen deutschen Trinkeinheit von 20 ml und daneben in 100 ml dargestellt – ebenso wie eine Zutatenliste, die vollständige Nährwertdeklaration und weitere wichtige Informationen über den Produktionsprozess. Die Datenbank umfasst dabei Mindeststandards für Spirituosen.

Zu den Nährwertangaben

Verantwortung
Grafik mit Schriftzug „Consumer Protection“

Alkoholhaltige Getränke erfordern ein hohes Maß an Verantwortung beim Hersteller oder Importeur alkoholhaltiger Getränke - im Vertrieb, Marketing und in der Werbung.

Verantwortliches Handeln beinhaltet auch sinnvolle, nachvollziehbare und effektive Selbstregulierungen, die über gesetzliche Regulierungen hinausgehen. So hat sich die Branche der Hersteller und Importeure von alkoholhaltigen Getränken zahlreiche freiwillige Regeln auferlegt, um missbräuchlichem Konsum vorzubeugen:

Darüber hinaus unterstützen verschiedene Präventionsinitiativen des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ des BSI das Ziel, den Jugendschutz konsequent einzuhalten und einem missbräuchlichen Konsum in bestimmten Situationen (Schwangerschaft, Verkehr, Arbeitsplatz) vorzubeugen.

Gesellschaft
Eine Grupper Menschen sitzt beim Essen zusammen

Alkoholhaltige Getränke sind für unsere Gesellschaft ein traditionsreiches Kulturgut und werden zu unterschiedlichsten Anlässen angeboten. Dabei sollte jeder für sich eine verantwortungsbewusste Entscheidung treffen, ob der Konsum von alkoholhaltigen Getränken in der jeweiligen Situation angemessen ist. Einen Automatismus zum Alkoholkonsum sollte es dagegen nicht geben, denn Genuss ist der bewusste und „besondere“ Moment.

Daher sollte die Gesellschaft einen bewussten Blick auf bestimmte Situationen richten, um problematische Automatismen des Konsums zu hinterfragen und einen verantwortungsvollen Konsum zu fördern:

Freizeit
Eine Sonnenbrille liegt am Strand

Viele Menschen verbringen ihre Freizeit gerne sehr aktiv. Sie gehen auf Reisen, treiben Sport, bewegen sich gerne in der Natur, gehen ihren Hobbys nach oder sind gerne gesellig beisammen bei den unterschiedlichsten jahreszeitlichen Anlässen. Zum Freizeitverhalten gehören selbstverständlich auch Essen und Trinken dazu. Doch wie kann man einen gesundheitsverträglichen und verantwortungsbewussten Konsum alkoholhaltiger Getränke mit den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten verbinden und wo ist vielleicht besser Verzicht angesagt?

Über uns
Logo massvoll-geniessen.de

Der „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ beschäftigt sich als Gremium des BSI mit allen „nicht kommerziellen“ Aufgabenstellungen. Diesen Aktivitäten liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Unternehmen der Branche eine aktive Mitverantwortung dafür tragen, dass die Verbraucher mit den Produkten sachgemäß und gesundheitsverträglich umgehen.

Zu den Aktivitäten des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ gehören Präventions-, Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen (wie z. B. diese Website) sowie die effektive Selbstregulierung der Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V.

Indirekt unterstützen alle Mitgliedsunternehmen des BSI den „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“, dessen Arbeit von einer Vielzahl neutraler Wissenschaftler und Experten begleitet wird. Dieser setzt sich aus Medizinern, Psychologen und Pädagogen zusammen, welche die Inhalte der Aktivitäten unabhängig prüfen und mitgestalten.