Informationen und Aufklärung für Verbraucherinnen und
Verbraucher zum Thema alkoholhaltige Getränke.

Après-Ski und Hüttengaudi - auch beim Skifahren zählt der verantwortungsvolle Umgang von alkoholhaltigen Getränken

Ein Platz in der Sonnenliege oder vor dem prasselnden Kaminfeuer und dazu ein Jagertee oder ein Glühwein - für viele Wintersportler sieht so der perfekte Einkehrschwung am Ende eines Skitages aus. Doch hat man die letzte Abfahrt noch vor sich oder möchte nach einer Pause auf der Hütte wieder voll durchstarten, sollte man besser auf alkoholhaltige Getränke verzichten! Das raten führende Sportwissenschaftler und Mediziner.

Der Konsum von alkoholhaltigen Getränken unmittelbar vor dem Skifahren und Snowboarden kann die vergnügliche Abfahrt ins Tal schnell zu einer riskanten Situation werden lassen. Wie Univ.-Prof. Mag. Dr. Martin Burtscher und seine Forscherkollegen vom Innsbrucker Institut für Sportwissenschaften in einer Studie nachweisen konnten, besteht ein starker kausaler Zusammenhang zwischen dem Konsum von alkoholhaltigen Getränken und Ski- sowie Snowboardunfällen. „Alkohol erhöht das Sturzrisiko und damit auch das Verletzungsrisiko im Skisport. Besonders wenn die koordinativen Anforderungen groß sind (schwieriges Gelände, Snowboard, etc.), wirkt sich der Alkohol negativ aus. Rauchen und Höhenexposition steigern zusätzlich das Sturzrisiko. Empfehlenswert ist es, den Alkoholgenuss grundsätzlich zum Après-Ski ins sichere Tal zu verlegen. Wie weit ein maßvoller Umgang mit Alkohol während des Skitages vertretbar ist, muss natürlich Jeder/Jede für sich selbst entscheiden.“, so Prof. Dr. Burtscher.

Alkohol im Blut verzögert zum einen die Reaktionsfähigkeit, zum anderen verschlechtert sich die Konzentrationsfähigkeit. Muss der Wintersportler auf der Piste einem anderen Fahrer plötzlich ausweichen oder kommt er z.B. unverhofft auf eine Eisplatte, kann er unter Alkoholeinfluss einen Sturz schlechter abfangen. Auch das Gleichgewichtsgefühl und das Koordinationsvermögen werden durch den Konsum alkoholhaltiger Getränke beeinträchtigt. Ein unsicherer Stand auf den Brettern, verbunden mit der Selbstüberschätzung und der Fehlschätzung von Risiken, kann schnell zu einer gefährlichen Mischung werden: Auf Skiern oder auf dem Board werden leicht bis zu 70 km/h erreicht und das ganz ohne ABS, Airbags und Knautschzone. Dennoch gaben laut einer „Skisturz-Studie“ des Innsbrucker Instituts für Sportwissenschaften 31 % der männlichen und 16 % der weiblichen befragten Skifahrer an, während des Skitages Alkohol zu trinken. Rund 12,8 % der an einem Skiunfall Beteiligten sagten aus, dass sie vor ihrem Unfall alkoholische Getränke konsumiert hatten. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich auch bei den befragten Snowboardern.

Solche Risiken können Wintersportler ganz einfach vermeiden, wenn sie auch im Winterurlaub einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken pflegen:

  • Skifahrer und Boarder sollten unmittelbar vor der nächsten Abfahrt auf den Konsum alkoholhaltiger Getränke verzichten und grundsätzlich im Wintersporturlaub maßvoll und verantwortungsvoll genießen.
  • Des Weiteren sollte man nach einem fröhlichen Après-Ski-Abend immer daran denken, dass eventuell auch am nächsten Morgen noch Restalkohol im Blut sein könnte.
  • Damit der verantwortungsvolle Wintersportler weiß, wann er wieder sicher auf der Piste unterwegs sein kann, findet sich hier eine Richtschnur für die Abbaugeschwindigkeit bei Männern, Informationen für die Abbaugeschwindigkeit bei Frauen hier.

Quellen:

Burtscher M., Pühringer R., Werner I., Sommersacher R., Nachbauer W.: Predictors of falls in downhill skiing and snowboarding. Science and Skiing IV, E Müller, S Lindinger, T Stöggl (Hrsg.). Meyer & Meyer Spot (UK), Aachen, 2009. 183-187.

Ruedl G., Bauer R., Pfanner M., Rein F., Burtscher M., Benedetto K.: Ursachen und Risikofaktoren von Verletzungen im Skiurlaub. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 64 (2013), 52-56.

II. Skisturz-Studie (WS 2011/2012). Initiiert vom Österreichischen Skiverband und durchgeführt vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck. Projektbetreuung: Dr. Renate Sommersacher, Projektleitung: Univ. Prof. Dr. Martin Burtscher.

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