Ursachen jugendlichen Alkoholkonsums
Die Weichen für den späteren Umgang mit alkoholhaltigen Getränken werden bereits im Kindes- und Jugendalter gestellt.
FAKTEN
Die Ursachen jugendlichen Alkoholkonsums sind relativ komplex. Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung und der Umgang mit Alkohol im Elternhaus wichtige Faktoren sind. Auch das Trinkverhalten im Freundeskreis und die so genannte subjektive Alkoholbilanz haben entscheidenden Einfluss auf den Alkoholkonsum von Jugendlichen.
Die wichtigsten Faktoren im Überblick
Elternhaus
Wachsen Jugendliche in einem konfliktreichen Eltern-Kind-Verhältnis auf, ist die Gefahr eines regelmäßigen Alkoholkonsums größer, als wenn sie in einer Familiensituation mit Geborgenheit und freundschaftlicher Verbundenheit groß werden. Neben der Qualität der Beziehung spielen auch das Vorbild- und Erziehungsverhalten der Eltern eine sehr wichtige Rolle. Entscheidend ist, ob die Eltern ihren Kindern einen maßvollen und verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken vorleben oder einen exzessiven Alkoholkonsum betreiben.
Freundeskreis
Probleme im Elternhaus gehen meist einher mit einer Distanzierung der Jugendlichen von ihren Eltern und einer verstärkten Zuwendung zum Freundeskreis. Jugendliche orientieren sich bei ihrem Trinkverhalten maßgeblich daran, wie in ihrem Freundeskreis mit Alkohol umgegangen wird.
Subjektive "Alkoholbilanz"
Auch die subjektive Alkoholbilanz beeinflusst den jugendlichen Alkoholkonsum, denn sie besagt: Je höher Jugendliche die Vorteile des Alkoholkonsums im Gegensatz zu den Nachteilen einschätzen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit dem Alkoholkonsum beginnen. Konflikt- und Stresssituationen, wie ein problematisches Verhältnis zu den Lehrern oder Langeweile in der Schule durch mangelnde Leistungsmotivation führen dazu, dass Jugendliche die Vorteile des Alkoholkonsums höher bewerten als die Nachteile.
Tipps für Eltern
- Vermeiden Sie möglichst, dass Ihr Kind direkt mit Konflikten innerhalb Ihrer Partnerschaft konfrontiert wird, indem Sie Streitigkeiten nicht vor den Augen Ihres Kindes austragen.
- Gehen Sie verantwortungsvoll mit Alkohol um, indem Sie Ihrem Kind keinen exzessiven Konsum alkoholhaltiger Getränke vorleben und nicht in Stress- oder Problemsituationen trinken.
- Bauen Sie Vertrauen zu Ihrem Kind auf: Dies wirkt sich positiv auf seine Leistungsmotivation aus, Konflikt- und Stresssituationen im Schulalltag können so vermieden werden.
- Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind: Lernen Sie seine Freunde kennen, sprechen Sie mit ihm über seine Freizeitaktivitäten.