Informationen und Aufklärung für Verbraucherinnen und
Verbraucher zum Thema alkoholhaltige Getränke.

Maßvoller Genuss - auch eine Frage der Erziehung

Eltern sind für ihre Kinder ein wichtiges Vorbild – auch in Bezug auf einen maßvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit alkoholhaltigen Getränken. Wie gelingt es Eltern, ein glaubwürdiges Vorbild zu sein?

Den ersten Kontakt zu alkoholhaltigen Getränken haben Kinder meist im familiären Umfeld. Bereits in jungen Jahren beobachten Kinder im Alltag oder auf Familienfeiern, wie Erwachsene alkoholhaltige Getränke konsumieren und welche Wirkung dies hat. Umso wichtiger ist es, dass Eltern ihrem Kind einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholischen Getränken vorleben und offen über dieses Thema sprechen. Natürlich sind Eltern nicht die einzigen Einflussfaktoren in der Entwicklung des Kindes. Der Freundeskreis spielt dabei ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Trotzdem sollten Eltern ihre Vorbildfunktion auf keinen Fall unterschätzen. Durch das Vorleben bestimmter Verhaltensweisen haben Eltern einen prägenden Einfluss auf ihre Kinder.

Ein gutes Vorbild zu sein bedeutet nicht, dass Sie als Elternteil den Konsum von alkoholhaltigen Getränken komplett verheimlichen oder sogar komplett darauf verzichten müssen. Es ist viel wichtiger, dass Sie sich Ihrem Kind gegenüber glaubwürdig verhalten. Es macht wenig Sinn, alkoholhaltige Getränke zu verteufeln, wenn Sie gelegentlich ein Gläschen trinken. Für das Erlernen eines verantwortungsbewussten Umganges mit alkoholhaltigen Getränken ist es entscheidender, welche Verhaltensweisen Ihr Kind bei Ihnen beobachten kann.

„Als Erwachsener haben Sie einen Erfahrungsvorsprung, mit dem Sie Ihre Orientierungskompetenz beweisen müssen. Teilen Sie Ihr Wissen mit Ihrem Kind und leben Sie ihm diejenigen Verhaltensweisen vor, die Sie später auch gerne bei Ihrem Kind als junger Erwachsener sehen möchten“, so Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin für Psychosomatik, Psychotherapeutin, Gynäkologin, Praktische Ärztin und Buchautorin. Sieht Ihr Kind, wie Sie alkoholhaltige Getränke maßvoll konsumieren, bieten Sie ihm damit die beste Orientierung, wie es sich später selbst verhalten sollte. Zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol, gehört es dann auch „Nein“ sagen zu können. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es kein Problem ist, in bestimmten Situationen (wie z. B. vor der Teilnahme am Straßenverkehr) ein alkoholhaltiges Getränk abzulehnen. Akzeptieren Sie im Gegenzug auch das „Nein“ eines Gastes und nötigen Sie ihn nicht zum Alkoholkonsum.

„Kinder brauchen sorgsam und respektvoll gesetzte Grenzen. Zeigen Sie Ihren Kindern deshalb Grenzen, die sie schützen und einen inneren Raum markieren, den sie später selbst verwalten können“, lautet der Rat von Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger. Stellen Sie deshalb klare Regeln im Umgang mit alkoholhaltigen Getränken auf und halten Sie sich selbst daran. Regeln, die von Eltern konsequent eingehalten werden, geben eine Orientierung und können von Kindern leichter akzeptiert werden. Der Konsum alkoholhaltiger Getränke sollte auch nie im Zusammenhang mit der Bewältigung von Stress oder sonstigen Ärger stehen. Ihr Kind soll alkoholhaltige Getränke nicht in der Funktion als Problemlöser wahrnehmen, denn sonst besteht die Gefahr, dass es später diese Verhaltensweise auch ausprobiert.

Eine Regel könnte bspw. lauten, dass Sie zu Hause pro Woche an ein bis zwei Tagen auf alkoholhaltige Getränke verzichten. Auf diese Weise können Sie Ihrem Kind vermitteln, dass Alkohol ein Genussmittel und nichts Alltägliches ist. Ein weiteres Beispiel wäre der Verzicht auf alkoholhaltige Getränke, wenn Sie nach einer Feier noch mit dem Auto fahren müssen. Dadurch lernt Ihr Kind einerseits, dass Alkohol in gewissen Situationen tabu ist, und andererseits, dass es wichtig ist, Verantwortung für sich selbst und andere Menschen – in dem Fall die Mitfahrer – zu übernehmen. Ziel sollte es sein, dass Ihr Kind erkennt, dass alkoholhaltige Getränke in Maßen ein Genuss sein können und es über die Wirkungen von Alkohol aufgeklärt ist. Dazu gehört natürlich auch das Thema der Trinkmenge. Sprechen Sie offen darüber, dass ab einer bestimmten Menge an alkoholhaltigen Getränken das Gesundheitsrisiko zunimmt, und dass Sie es daher selbst vermeiden, diese Grenzen zu überschreiten. Damit schaffen Sie eine wichtige Basis dafür, dass Ihr Kind als Jugendlicher bzw. junger Erwachsener ebenfalls verantwortungsbewusst mit alkoholhaltigen Getränken umgehen wird. Grundsätzlich gilt auch, dass der erste Konsum von Kindern und Jugendlichen so spät wie möglich erfolgen sollte. Das Jugendschutzgesetz bietet hier eine gute Richtschnur.

Als Elternteil haben Sie eine Vielzahl von Möglichkeiten, Ihrem Kind einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken vorzuleben:

  • Genießen Sie alkoholhaltige Getränke in Maßen und kennen Sie Ihre Grenze.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es in Ordnung ist, alkoholhaltige Getränke abzulehnen.
  • Konsumieren Sie alkoholhaltige Getränke nicht täglich. Alkohol sollte in Verbindung zu besonderen Anlässen stehen, z. B. ein gutes Abendessen oder eine Geburtstagsfeier.
  • Konsumieren Sie Alkohol nicht als Problemlöser oder automatisch zum Stressabbau nach Feierabend.
  • Sprechen Sie offen und sachlich mit Ihrem Kind über die Wirkungen von Alkohol – sowohl die positiven als auch die negativen. Gehen Sie auch auf die Fragen Ihres Kindes ein und beantworten Sie diese altersgerecht.
  • Stellen Sie klare Regeln auf, an die Sie sich durchgehend halten. Zeigen Sie Ihrem Kind damit, dass es Grenzen beim Konsum von alkoholhaltigen Getränken gibt und begründen Sie festgelegte Regeln. Richten Sie sich dabei am besten nach den Regeln des Jugendschutzgesetzes.
  • Erklären Sie, dass Alkohol in gewissen Situationen tabu ist, wie z. B. im Straßenverkehr. Sprechen Sie sich vor Ihrem Kind ab, wer von Ihnen fährt und wer etwas trinken kann.
  • Verzichten Sie als Fahrer dann auch auf den Konsum von alkoholhaltigen Getränken!

„Wann gefriert die
Flasche im Eisfach?“

MEHR ERFAHREN >

Wieviel Alkohol
konsumiere ich?

JETZT TESTEN >

„Was ist das richtige
Maß für mich?“

MEHR ERFAHREN >

Kann ich als Radfahrer
den Führerschein
verlieren?

MEHR ERFAHREN >

Ist ein Schnaps nach
dem Training schädlich?

MEHR ERFAHREN >